Emulsan II / TEGO® Care PS
Der pflanzenbasierte O/W-Emulgator für stabile Cremes und Lotionen – was ihn vielseitig macht und worauf es bei Dosierung und Verarbeitung ankommt.

Ein Emulgator muss nicht spektakulär klingen, um eine Formulierung zuverlässig zu tragen. Emulsan II – auch als TEGO® Care PS bekannt – verbindet Öl und Wasser zu stabilen O/W-Emulsionen und ermöglicht leichte Lotionen ebenso wie reichhaltigere Cremes.
Was Emulsan II auszeichnet
Emulsan II ist ein nichtionischer O/W-Emulgator mit der INCI-Bezeichnung Methyl Glucose Sesquistearate. Der Rohstoff basiert laut Hersteller auf erneuerbaren Quellen, ist PEG-frei und wurde für kosmetische Cremes und Lotionen entwickelt.
Seine Stärke liegt in der Formulierungsfreiheit: Der Emulgator ist mit vielen Wirkstoffen und Elektrolyten kompatibel, arbeitet über einen breiten pH-Bereich und unterstützt ein leichtes, angenehmes Hautgefühl. Das macht ihn interessant für moderne Naturkosmetik, in der Stabilität und Sensorik gleichermaßen zählen.
Formulierungen sollen heute leicht, belastbar und mit unterschiedlichen Wirkstoffkonzepten kombinierbar sein. Ein vielseitiger Emulgator reduziert nicht die notwendige Entwicklungsarbeit – er erweitert aber den gestalterischen Spielraum.
Die richtige Verarbeitung
Emulsan II liegt als kleine elfenbeinfarbene Perlen vor und wird in der Fettphase vollständig aufgeschmolzen. Für ein gleichmäßiges Ergebnis sollten Öl- und Wasserphase beim Emulgieren ähnlich warm sein.
Öl- und Wasserphase getrennt abwiegen. Konservierung und pH-Ziel bereits in der Rezepturplanung berücksichtigen.
Emulsan II in der Fettphase auf etwa 60–65 °C erwärmen, bis die Perlen vollständig geschmolzen sind.
Die ähnlich warme Wasserphase zugeben und sorgfältig homogenisieren. Große Temperaturunterschiede vermeiden.
Unter moderatem Rühren abkühlen. Hitzeempfindliche Wirkstoffe und Duftstoffe erst in der passenden Abkühlphase ergänzen.
Dosierung & pH-Bereich
Als Orientierung nennt Nakobe für Cremes 2–4 %, für Fluids und leichtere Emulsionen 1,5–3 %. Der Hersteller beschreibt TEGO® Care PS als stabil in Formulierungen mit einem pH-Wert von 3,5 bis 8,5.
Diese Werte sind Startpunkte, keine fertigen Rezepturen. Ölphasenanteil, Lipidwahl, Konsistenzgeber, Wirkstoffe, Elektrolyte, Konservierung und Verpackung beeinflussen die tatsächliche Stabilität. Jede Formulierung braucht eigene Stabilitäts- und Belastungstests.
Typische Stolpersteine
- Nicht vollständig geschmolzene Perlen: Sie können zu ungleichmäßiger Textur und schwacher Emulgierung führen.
- Unterschiedliche Phasentemperaturen: Zu große Abweichungen erschweren eine saubere Emulsionsbildung.
- Zu wenig Struktur: Sehr leichte Systeme können einen passenden Konsistenzgeber oder Co-Emulgator benötigen.
- Konservierung und pH erst am Ende bedenken: Beides gehört von Beginn an in die Rezepturplanung.
- Keine Stabilitätsprüfung: Ein gutes Aussehen am ersten Tag ist noch kein Stabilitätsnachweis.
Für welche Produkte eignet er sich?
Emulsan II eignet sich für Gesichts- und Körpercremes, Lotionen und Fluids. Durch die gute Kompatibilität mit unterschiedlichen Wirkstoffkonzepten kann er sowohl in reduzierten Basisrezepturen als auch in anspruchsvolleren Pflegeformulierungen eingesetzt werden.
Besonders sinnvoll ist er dort, wo eine verlässliche O/W-Struktur, ein leichtes Hautgefühl und ein breiter pH-Spielraum gefragt sind. Die Gesamtarchitektur der Rezeptur bleibt trotzdem entscheidend.
Die wichtigsten Kennzahlen
Emulsan II bei Nakobe
Den beschriebenen Emulgator erhältst du im Nakobe-Shop auf naturkosmetik-bedarf.at in mehreren Gebindegrößen. Dort findest du außerdem aktuelle Produkt- und Anwendungshinweise.
Quellen & Hinweise
Technische Angaben: Evonik, TEGO® Care PS MB. Dosierungs- und Verarbeitungshinweise: Nakobe Naturkosmetikbedarf, Emulsan II.
Dieser Artikel dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Sicherheitsbewertung, Stabilitätsprüfung oder Prüfung der jeweils aktuellen Herstellerunterlagen.
